11.3.2005 um 20 Uhr
Hörstück: 12 Min. (Sprecherin: Christiane Hauch, Ton: Christian Ribas)
Vortrag: 80 Min.
Anlass und Ausgangspunkt des Vortrags ist die Auseinandersetzung mit einer Philosophiearbeit der Kölner Malerin und Philosophin Maria Bußhoff mit dem Titel: »Es bleibt alles wüst«, Vincent van Goghs Selbstkonzept im Horizont der Daseinsberechtigung.
Zentrales Anliegen dieses Buches: die radikale Aufdeckung des Mythos van Gogh als bloße Selbsthistorisierung in seinen Briefen. Konstruierte Selbstrechtfertigungen, so legt sie dar, sollen das Scheitern seiner Lebens- und Malereientwürfe verdecken und zugleich mythisch-religiös überhöhen.
Im Verlauf des Vortrags aber wird die kritische Auseinandersetzung mit dem Text schon bald abgelöst von anderen Überlegungen, die von diesem psycho-philosophisch aufgeheizten Text losgetreten, quasi durch ihn hindurchschimmern.
Das kurze Hörstück führt in die Bußhoffsche Problemstellung mit Ausschnitten ihrer eigenen Texte ein. Zur Veranschaulichung von Inhalt und Duktus der Arbeit werden von der Regisseurin Christiane Hauch (Ton: Christian Ribas) Teile des Vorworts und Ausschnitte aus Kapitel 1.2 »Mißglückte Kunst« gelesen.
Simon Starkes Arbeitsvorschlag:
Lesen wie andere lesen, Bilder lesen, einen bestimmten Ton heraushören, die Vielfalt der Lesarten beobachten, Lesen als Produktion sehen, eigene Abneigungen formulieren, Kunstarbeiten respektieren und für die eigene Freude an Kunst Ausdrucksformen entwickeln – und sei es als Kunst...
Gezeigt werden soll – in der Form des Vortrags wie an seinen Inhalten – ein beweglicher Umgang mit Horizonten.


